IRC oder CRI: die Farbwiedergabe von LED-Licht vergleichen
Der Farbwiedergabeindex, IRC beziehungsweise CRI, hilft beim Vergleich, wie eine Lichtquelle die Farben von Gegenständen gegenüber einer Referenz wiedergibt. Er ist nützlich bei der Wahl der Beleuchtung für Kleidung, Lebensmittel, Holz oder Oberflächen. Um ihn sinnvoll zu nutzen, musst du den Wert zusammen mit der Aufgabe und der Dokumentation des konkreten Modells betrachten.
Dieser Ratgeber hilft zu unterscheiden, welche Informationen für einen üblichen Kauf ausreichen und welche Angaben du erfragen solltest, wenn die Farbe entscheidend ist. Ziel ist ein sachlicher Vergleich der Optionen, ohne aus einem Foto oder Aussagen wie „hochwertiges Licht“ Eigenschaften abzuleiten.
Strahler 20091 aus dem Katalog mit angegebenem CRI 80. Dieses Bild ist weder eine Farbmessung noch ein Farbvergleich.
Was IRC, CRI und Ra bedeuten
IRC ist die spanische Abkürzung, CRI die übliche englische Bezeichnung. In Produktdatenblättern beziehen sie sich meist auf den allgemeinen Index Ra. Die CIE definiert Ra als Mittelwert der Indizes von acht Testfarbmustern.
Ein Wert von 90 bedeutet nicht, dass 90 % der Farben korrekt wiedergegeben werden. Er ist das Ergebnis eines Vergleichs mit einer Referenz. Er misst auch nicht, wie viel Licht einen Tisch erreicht, wie viel Energie das Gerät verbraucht oder wie lange es hält.
CRI 80 und CRI 90: so nutzt du den Unterschied
Das US-Energieministerium nennt CRI 80 als allgemeine Orientierung für Innenräume und CRI 90 oder höher als ausgezeichnete Farbtreue. Das sind Orientierungspunkte für die Auswahl, keine Garantie dafür, dass jedes Produkt eine professionelle Aufgabe erfüllt.
Beschreibe für die Auswahl zuerst den Einsatzzweck. „Einen Durchgang beleuchten“ und „zwischen zwei Polsterstoffmustern entscheiden“ stellen unterschiedliche Anforderungen. Im zweiten Fall lohnt es sich, zusätzliche Angaben anzufordern und die tatsächlichen Materialien zu prüfen, bevor viele Leuchten installiert werden.
Was je nach Bedeutung der Farbe geprüft werden sollte
Situation
Erstes Kriterium
Nächste Prüfung
Allgemeiner Einsatz im Haushalt
Angegebener CRI des Modells
Lichtverteilung, Komfort und Lichtmenge
Auswahl von Kleidung oder Oberflächen
Alternativen mit dokumentierter Farbtreue vergleichen
Muster unter den Optionen der engeren Auswahl betrachten
Produkte mit wichtigen Rottönen
Auch R9 prüfen
Den Wert anfordern, wenn er im Datenblatt fehlt
Professionelle Farbkontrolle
Technische Anforderungen der Aufgabe festlegen
Fachliche Validierung und Bewertungsbedingungen
R9: Informationen zu gesättigtem Rot
R9 bewertet ein gesättigtes rotes Testfarbmuster und ist im Ra-Mittelwert nicht enthalten. Das technische DOE-Datenblatt zu Farbeigenschaften erklärt, warum dieser Wert ergänzende Informationen liefern kann, unter anderem bei der Betrachtung von Hauttönen.
Wenn das Projekt von Rotnuancen abhängt, frage CRI und R9 getrennt ab. Veröffentlicht ein Shop nur Ra, kennzeichne R9 als „noch zu bestätigen“. Trage keinen geschätzten Wert ein und gehe nicht davon aus, dass ein hoher Ra-Wert jedes gewünschte Ergebnis bei Rot garantiert.
Die Grenzen des Vergleichs anhand eines einzigen Werts
Das NIST beschreibt eine Grenze des Mittelwerts: Ein hoher Gesamtwert kann mit einer schlechteren Wiedergabe bestimmter Farben einhergehen. Es unterscheidet außerdem Farbtreue von anderen Aspekten wie den Vorlieben der betrachtenden Person.
Deshalb können zwei Geräte mit gleichem CRI unterschiedliche Eindrücke erzeugen. Fehlen zu einem Artikel Informationen, schließe daraus nicht, dass er besser oder schlechter als ein anderer ist: Kennzeichne den Vergleich als unvollständig. Fordere Unterlagen mit eindeutiger Modellzuordnung an und bewahre die Antwort zusammen mit dem Angebot auf.
Die Farbtemperatur beschreibt einen anderen Aspekt des Lichts. Notiere sie, um vergleichbare Optionen gegenüberzustellen, leite den CRI aber nicht aus der Kelvinzahl ab. Auch der Abstrahlwinkel beeinflusst, wie ein Objekt beleuchtet wird, erlaubt aber keine Berechnung der Farbwiedergabe.
Praxisbeispiel: Licht für eine Stoffprobe auswählen
Stell dir vor, du beleuchtest eine Ecke, in der du Textilien auswählst. Lege drei tatsächlich verwendete Muster bereit: ein helles, ein dunkles und eines mit einem wichtigen Rotton. Notiere, welche Unterschiede du erkennen musst, etwa zwei ähnliche Farbtöne oder den Kontrast zwischen Stoff und Naht.
Erstelle eine kleine Auswahl von Modellen mit dokumentiertem CRI.
Frage nach R9, wenn diese Rottöne für deine Entscheidung wichtig sind.
Teste jede Option einzeln und achte möglichst auf vergleichbare Anordnung und Beleuchtung.
Betrachte die Muster direkt und notiere das Ergebnis vor der Entscheidung.
Der Test hilft bei der Auswahl, ersetzt aber weder eine technische Prüfung noch ein professionelles Verfahren zur Farbkontrolle. Ein Handyfoto kann dir helfen, dich an den Aufbau zu erinnern; die automatische Bildverarbeitung verhindert jedoch seine Verwendung als Farbnachweis.
Zwei Artikel zum Üben des Datenblattvergleichs
Diese Beispiele helfen, eine veröffentlichte Angabe von einer noch offenen zu unterscheiden. Sie werden weder als CRI-90-Produkte noch als Empfehlungen für anspruchsvolle Farbarbeiten vorgestellt.
Das Datenblatt gibt CRI 80 an. Es nennt keinen R9-Wert und belegt keinen CRI 90. Nutze diese Angabe als Ausgangspunkt und fordere zusätzliche Informationen an, wenn dein Projekt von bestimmten Farben abhängt.
Die geprüfte Beschreibung nennt weder CRI noch R9. Fordere beide Werte an, wenn sie relevant sind; aus 3000 K und der Lesefunktion lässt sich keine Farbtreue ableiten.